Daten zur Kirchengeschichte von Ibbenbüren

Frühgeschichte

Über das wirkliche Alter Ibbenbürens und der Ibbenbürener Kirche gibt es wegen fehlender schriftlicher Überlieferung keine sicheren Erkenntnisse. Die unter Karl dem Großen während der Unterwerfung und Missionierung bei den Sachsen eingerichteten Missionsbezirke mit zentral gelegenen Kirchen waren vielfach an den herrschenden Adel oder die Klöster gebunden. Erst ab dem 11. Jh. entwickelt sich durch eine Reform der Kirchenorganisation ein Pfarrsystem (Parochialsystem) mit festem Kirchspiel. Und man kann nur vermuten, dass zunächst im Ibbenbürener Raum wie üblich in Verbindung mit den Sitzen des herrschenden Adels, vielleicht sogar im Zusammenhang mit den Besitzungen des Stifts Herford, von einer kleinen Eigenkirche oder auch Kapelle aus die notwendige Versorgung geleistet wurde.

1146 April 14

 

Erste urkundliche Erwähnung Ibbenbürens durch den Bischof Philipp von Osnabrück, zu dessen Territorium (Diözese) Ibbenbüren gehört: Übertragung von Zehntabgaben aus Hütten in Ibbenbüren an die Kirche auf dem Osnabrücker Gertrudenberg. Keine Erwähnung einer Kirche in Ibbenbüren.

1147 o.D.

Die Äbtissin Judith des Stifts Herford lässt sich von König Konrad die Privilegien und Besitzungen bestätigen, darunter auch Besitzungen (possessiones) in Ibbenbüren, die sie bis dahin unbehelligt besessen hat. Eine Kirche in Ibbenbüren nicht genannt.

1151 – 1189

In mehreren Urkunden der Bischöfe von Osnabrück und Münster werden Edelherren von Ibbenbüren genannt: Gottschalk und die Söhne Conrad, Wernher und Albert. Keine Kirche.

1172 Februar 1

Bernhard von Ibbenbüren wird - zusammen mit seinem Vater Gottschalk und seinem Bruder Wernher - vom Bischof Ludwig von Münster als Kanoniker der Kirche von Münster erwähnt.

1176

Bischof Hermann von Münster nennt nicht nur Bernhard von Ibbenbüren, sondern auch den Bruder Albert als Kanoniker der Domkirche von Münster.

Offenbar besteht eine starke Bindung der Ibbenbürener Edelherren an die Domkirche in Münster.

1188 – 1190

Im Güterverzeichnis des Grafen Heinrich von Dale wird zum ersten Mal ein Kirchspiel Ibbenbüren erwähnt in Verbindung mit dem Hof Hartwich in Püsselbüren. Der Zusatz Kirchspiel kann auch durch Abschriften späterer Zeit hinzugekommen sein.

1189 Januar 14

Der Paderborner Bischof Bernhard, vorher Dekan in Münster, gebürtig aus Ibbbenbüren, schenkt seinen gesamten Besitz als väterliches Erbe, darunter eine Mühle in Ibbenbüren und eine mit Wallgraben und stehenden Gewässern umgebene Burganlage, der

Paderborner Kirche als Besitz. Dieser wird gleichzeitig dem Grafen Symon von Tecklenburg als Lehen angetragen.

Mit dem Eintritt der Tecklenburger Grafen anstelle der Ibbenbürener Edelherrn in den Ausbau und die Verwaltung des Ibbenbürener Raumes entwickelt sich offenbar gezielt ein Kirchspiel mit Kirche.

1218

Mit Andreas pastor wird zum ersten Mal ein Pfarrer von Ibbenbüren erwähnt, der gleichzeitig Kaplan der Äbtissin des Klosters Langenhorst ist.

1218 Juni 20

Bischof Adolf von Tecklenburg weiht den Hochaltar im Osna-brücker Dom, in dem unter anderen Reliquien des hl. Mauritius sich befinden. Von hierher ist unter dem Einfluß der Tecklenburger Grafen als Landesherrn und im Zusammenwirken mit dem Bischof aus dem Tecklenburger Grafenhaus eine Übertragung von Mauritiusreliquien in die Ibbenbürener Kirche und die Entstehung des Mauritiuspatroziniums in Ibbenbüren gut möglich.

1219 o.D.

Die Herforder Äbtissin Gertrud von der Lippe macht auf ihrer Rundreise durch die Landgüter in Westfalen auch Station in Ibbenbüren, und zwar bei ihrem Verwalter und dem Priester in Ibbenbüren. Der Verwalter der Herforder Besitzungen dürfte, wie die weitere Entwicklung besonders deutlich bezüglich des Ibbenbürener Uphofs zeigt, trotz der nicht ausdrücklichen namentlichen Erwähnung der Graf von Tecklenburg sein.

1234 o.D.

Bischof Conrad von Osnabrück beurkundet Zehnte von Höfen in Riesenbeck und Ibbenbüren, die bis dahin dem Kloster Gertru-denberg zustanden, an die Kirche in Riesenbeck (Bromeswic, Over-sclagngemolen, Svege, Grone, Hyddenburch, Scapehus, Hoei-gemolen) und nennt in diesem Zusammenhang Ibbenbüren ein Kirchspiel.

1245 Juni 28

Otto Graf von Tecklenburg erkennt an, dass das Eigentum an dem Haupthof (Curia) in Ibbenbüren, genannt Uphof, für immer der Herforder Kirche zusteht. Andererseits steht den Tecklenburger Grafen das Recht der Gutsverwaltung (Villikation) zu, wofür die Herforder Kirche eine feste Abgabenzahlung erhält.

1286 Januar 26

In einer Urkunde des Grafen Everhard von der Mark für die jungen Grafen von Tecklenburg und das Kloster Gravenhorst wird Ibbenbüren ein Kirchspiel (parochia) genannt.

1290 Februar 10

Otto Graf von Tecklenburg erkennt gegenüber der Äbtissin von Herford (Irmgard von Wittgenstein) an, dass er jährlich vom Uphof in Ibbenbüren eine Abgabenzahlung zu leisten hat. Den Uphof besitzt der Graf aus der Hand der Äbtissin. In jedem vierten Jahr muß der Graf die Äbtissin bei Rundreisen durch ihre Besitzungen auf dem Uphof nach alter Sitte beherbergen und bewirten.

1290 Oktober 13

Die Herforder Äbtissin Irmgard von Wittgenstein unternimmt eine ausführlich beschriebene Rundreise durch ihre Landgüter in Westfalen, z.T. nicht ohne Schwierigkeiten. Unter den Kirchen und Haupthöfen wird auch Ibbenbüren erwähnt. Der Pfarrer von Ibben-büren (rector ecclesie nostre in Ibbenbüren = Kirchherr unserer Kirche in Ibbenbüren), Magister Borchard, Kanoniker der münsterischen Kirche, leistet die Herbergspflicht (hospicium) in seinem Haus in Münster, der Graf von Tecklenburg entzieht sich für dieses Mal seiner Herbergspflicht.

Interessant ist, dass die Äbtissin von ihrer (!) Kirche spricht, d.h., sie ist der Abtei Herford zugehörig, und dürfte auf einer ihrer Besitzungen in Ibbenbüren gestanden haben.

1321 o.D.

Israel, Pfarrer in Ibbenbüren, wird bei einer Vermögenstransaktion des Ritters Arnold Cloking für den Ritter Heinrich Korff im Kirchspiel Ladbergen genannt.

1326 April 2

Otto, Graf in Tecklenburg, gibt bekannt, dass durch Schlichtung des Grafen von Ravensberg zwischen ihm, seiner Schwester Richardis und deren Gemahl, dem Grafen Gunzelin von Schwerin einerseits und der Äbtissin Lutgardis von Herford auf der anderen Seite über die Abgaben des Uphofs in Ibbenbüren ein Vergleich geschlossen worden ist: 3 Malter Käse, 8 Käse, 12 Schweine, ein Ziegenfell und 2 Malter Erbsen. Ferner jährlich am Fest des hl. Michael 3 Mark und 2 Schillinge Osnabrücker Währung.

Bei Rundreisen der Äbtissin durch ihre Besitzungen muss der Graf sie auf dem Uphof beherbergen und bewirten, im Gegenzug erhält der Graf den Uphof aus der Hand der Äbtissin zu Besitz.

Graf Gunzelin bestätigt den Vorgang in einer eigenen Urkunde.

1332 April 13

Hyldegundis, Witwe des Johannes von Tecklenburg, verkauft ihre Wohnstätte in Ibbenbüren, genannt A eyn Worth . Als Zeugen sind dabei anwesend der Pfarrer (plebanus) Wolterus von Ibbenbüren und sein Kaplan Johannes.

1345 Juni 15

Älteste Urkunde des Pfarrarchivs Ibbenbüren: Schenkung von 4 Schillingen für die nächtliche Beleuchtung vor dem corpus Christi durch Arnold von Stricket und seinen Sohn Ghiselbert. Genannt werden Consultoren und Procuratoren der Kirche (Vermögensverwalter) und der Küster Albert (custos). Der als rector scolarium bezeichnete Gherhard von Steinfurt kann sowohl Schulmeister als auch Leiter einer Choralschola für den Kirchengesang gewesen sein. Als Kaplan der Kirche wird ein Gherhard von Tecklenburg genannt.

1348 August 10

Graf Nikolaus von Tecklenburg bestätigt in einer Urkunde speziell für das Domkapitel Münster die Rückgabe der Wedeme (Pfarrhof) an die Ibbenbürener Kirche, nachdem er darüber belehrt (!) worden sei, dass diese schon seit Karls des Großen Zeit durch dessen eigene Widmung und nach Weihe durch Papst Leo zur Kirche gehört habe. Auch das patrocinium des hl. Mauritius stamme aus dieser Zeit.

Die Urkunde dürfte Zeugnis für eine gewisse Legendenbildung sein, nachdem man exakte Belege für das Alter der Ibbenbürener Kirche nicht mehr zur Verfügung hatte. In einer Parallelurkunde auch vom August desselben Jahres für die Öffentlichkeit in der Grafschaft Tecklenburg werden ausdrücklich diese Behauptungen nicht wiederholt.

Interessant aber ist, dass es das erste Zeugnis für das Mauritiuspatrozinium überhaupt ist. Ferner weist die Urkunde auf eine sehr enge Bindung der Tecklenburger Grafen zur Ibbenbürener Kirche hin.

Kirchherr (Pfarrer) der Ibbenbürener Kirche ist zu dieser Zeit Herr Hinric Hinrikes, Priester und Kaplan in Ibbenbüren ein Gheret von Tecklenburg.

1350

Iustacius de Gogreve und seine Kinder geben der Kirche zu Ibbenbüren eine jährlich zu zahlende Rente. Interessant ist die An-gabe, dass die Urkunde, ein Insert in der Urkunde von 1469 August 27, ausgestellt ist am Donnerstag vor dem Kirchweihfest: A des donderdages vor Ybbenburer kermisse.

Kirchherr ist Herr Hinrick, Kaplan Herr Gherd.

Mitte 14. Jh

Übergabe aller Schutz- und Abhängigkeitsverhältnisse des Klosters Herford an die Tecklenburger Grafen: Nikolaus, Graf von Tecklenburg empfing das officium in Ibbenbüren, nämlich den Pfarrhof (Curia), und die anderen Höfe, welche dazu gehörten, ebenso die Schutzherrschaft (advocatia) über dieses officium ...

Lehnsbuch des Klosters Herford

1360 Juli 21

Graf Nikolaus von Tecklenburg überträgt ein strittiges Anwesen in Ibbenbüren, genannt Woord, gelegen bei dem Mersche zu Ibbenbüren und in der unmittelbaren Nähe des Kirchengrunds, an die Kirche von Ibbenbüren. Als Zeugen werden Hermann Bordike aus Osnabrück und Ludike van Bremen genannt, Priester und Kapläne zu Ibbenbüren.

1371 März 2

Lubbert van Lasterhusen, Kirchherr zu Ibbenbüren, verkauft eine Wiese an das Kloster Gravenhorst. Unter den Zeugen: Gerd von Tecklenburg, Kaplan zu Ibbenbüren.

1381 November 18

Lubbert van Lasterhusen, Kirchherr zu Ibbenbüren, kauft einige Zehnte von Johan de Grutere.

Bestätigung auch von Johan den Upmeyer, dem Richter des Tecklenburger Grafen, am Tage darauf.

1383 September 14

Statius de Gogreve erkennt an, der Kirche zu Ibbenbüren zwölf Mark Geldes zu schulden, die er und seine Erben jährlich am Michaelistage zu entrichten haben zur Beleuchtung des corpus Christi (un-seres hern lichmen).

14Jh. 2. Hälfte

Gewalttätigkeiten der Tecklenburger gegen Münster und Osnabrück, die Bischöfe verbünden sich dagegen, mehrere Fehden. Die Ibbenbürener Kirche nimmt Schaden.

1400

 

 

 

Der westliche Teil der Grafschaft Tecklenburg mit den Orten Riesenbeck, Bevergern, Gravenhorst, Hörstel und Dreierwalde fällt an das Stift Münster. 1668 gelangen diese Orte auch unter Bernhard von Galen kirchlich zur Diözese Münster

1415 März 10

Hermann van Langen ist Pfarrer (Kirchherr) in Ibbenbüren.

1417 September 22

Graf Nikolaus (Claes) von Tecklenburg weist der Kirche zu Ibben-büren und deren Kirchgeschworenen einige Wiesen bei dem Stal-forde upn Broeke an, durch deren Nutzung Mittel für die Reno-vierung der durch Fehde, Feuer und Raub stark beschädigten Kirche bereitgestellt werden sollen, ferner für Kleinodien, Schmuck und Glocken.

Datum: Ipso die Mauricii et sociorum eius - Genau am Tag des hl. Mauritius und seiner Gefährten.

1423 November 1

Das Erbe Lubbertingh in Dörenthe wird an die Ratleute der Kirche zu Ibbenbüren verkauft, auch zugunsten des hl. Mauritius und seiner Gesellschaft, der Patron (hovether) zu Ibbenbüren ist. Vom Erlös soll die Zimmerung und Beleuchtung des hl. Sakraments in der Kirche bewerkstelligt werden.

1435 März 31

Herman van Langen, Kirchherr zu Ibbenbüren, wird bei einer Ver-kaufsangelegenheit zugunsten der Kirche von Ibbenbüren für Beleuchtung und Zierung des Hl. Sakraments als Zeuge genannt.

1469 August 27

Johann de Gogreve weist der Kirche zu Ibbenbüren eine jährlich zu zahlende Rente an aufgrund der Verpflichtungen aus der Urkunde von 1350.

Zeugen: Herr Bernd Hur, Kirchherr, Herr Gerd, sein Kaplan, und Ratleute der Kirche zu Ibbenbüren.

1499 Oktober 1

Der Knappe Johann Gogreve und seine Frau bekommen von den Kirchräten einen Hausplatz am Siechenkirchhof (Seekenkerckhove), wo das Armenhaus zu stehen pflegte. Die Gogreves dürfen den Platz für sich auf Lebenszeit bebauen, nach dem Tode beider soll das Haus aber für ewige Zeiten als Armenhaus benutzt werden.

Johan Kumper Pfarrer in Ibbenbüren, Willem Kaplan.

15. Jh. Ende

Durch Familienzwist im Tecklenburger Grafenhaus ergibt sich eine Trennung in die Bereiche Tecklenburg und Lingen.

1509 Dezember 29 und 1510 Mai 4

Als Vicekurat (Stellvertreter) anstelle des Kirchherrn wird Johann Brummeleve angeführt.

1515-1702

Ibbenbüren gehört zur Grafschaft Tecklenburg/Lingen (Obergrafschaft). Diese untersteht abwechselnd seit 1648 dem König von Spanien, dem Prinzen von Oranien und dem König von Großbritannien.

1523

Grundsteinlegung für den Neubau der Kirche von Ibbenbüren, der 1531 noch nicht ganz vollendet ist. Eine Frau Anniken Herbers aus Rheine wird 1531 zwecks Vollendung des Kirchbaus zu einer Geldstiftung veranlaßt.

Grundsteinlegung durch den Pfarrstellvertreter (Vizekurat) Johannes von Brumeleve anstelle des Pfarrers Johan Grest, der in Diensten der Äbtissin von Herford steht und dauernd in Herford weilt.

1525

Graf Konrad I. von Tecklenburg schließt sich der Reformation an.

Schon zu Lebzeiten seines Vaters Otto, besonders aber nach dessen Tod im Jahre 1534 entwickelte er in der Grafschaft Tecklenburg seinen reformatorischen Eifer.

Die Grafschaft Lingen bleibt vorerst unter Graf Nikolaus katholisch, der Graf von Geldern (Graf von Büren) hatte es von Graf Nikolaus als Lehen.

1525 Oktober 3

Die Äbtissin Anna von Limburg des Stifts Herford, Patronatsherrin in Ibbenbüren, schreibt an den Grafen von Tecklenburg, dass Johan Grest, der in Herford in ihren Diensten steht, als Pastor von Ibbenbüren die Pfarrpfründe wegen der hohen Baukosten für den Kirchbau zu wenig hat genießen können. Sie wünscht sich eine Änderung zugunsten von Grest.

Die Äbtissin ist trotz der Reformation in Herford bis an ihr Lebensende katholisch geblieben, ebenso ist nicht belegt, dass Johan Grest die kath. Konfession zugunsten der reformierten gewechselt hat. Es ist daher nicht beweisbar, dass Johan Grest in Ibbenbüren schon die Reformation vorbereitet habe, zumal er als Pfarrer in Ibbenbüren gar nicht anwesend war.

1531 Oktober 9

Die Ratleute und Provisoren der Ibbenbürener Kirche bezeugen, dass Anniken Herbers, Bürgerin zu Rheine, 30 Goldgulden zum Bau der Kirche gestiftet hat. Davon sollen auch jährlich zweieinhalb Schilling an Weihnachten an die Armen gegeben werden.

1540

Johan Grest, Pfarrer in Ibbenbüren, will wegen seines hohen Alters sein Amt niederlegen zugunsten seines Sohnes Hieronymus Grest, der in Wittenberg bei Luther studiert hatte. Graf Konrad von Tecklenburg versucht, diesen Akt an sich zu ziehen und damit auf die Besetzung der Pfarrstellen durch ihn hinzuarbeiten. Die Äbtissin von Herford, die das Patronatsrecht und damit das Vorschlagsrecht für die Einsetzung des Pfarrers hatte, schreitet erst spät ein, vielleicht deswegen, weil vorgegeben wurde, dass der Sohn nur stellvertretend für seinen Vater die Stelle wahrnehme.

1540 – 1547

Hieronymus Grest teilt mit, dass er vom Grafen Konrad von Tecklenburg die Kirche in Ibbenbüren mit allem Zubehör zu Lehen empfangen habe. Er solle den Menschen des Kirchspiels das lautere Wort Gottes vortragen, wie es sich für einen evangelischen Predikanten gehöre, und dabei die evangelischen Zeremonien gebrauchen.

Inwieweit dieser Vorgang rechtlich einwandfrei war, ist schwer zu beurteilen, zumal der Vater Johan Grest noch Pfarrer in Ibbenbüren war und erst 1548 resignierte (abdankte). Dazu ist nicht nachprüfbar, inwieweit Hieronymus Grest dem Auftrag wirklich folgte.

1541

Graf Nikolaus in Lingen stirbt, Die gesamte Grafschaft Tecklenburg mit Lingen fällt an Konrad von Tecklenburg. Es erfolgt sofort der Versuch, überall die Reformation einzuführen. Eine etwas ambivalente Rolle spielte zu dieser Zeit der Fürstbischof von Münster, Franz Graf von Waldeck, gleichzeitig auch Bischof von Osnabrück, der anfangs mit Graf Konrad in Sachen Reformation konform ging, später aber davon abrückte. Es beginnt, auch für Ibbenbüren, eine lange Zeit von kirchlichen Auseinandersetzungen, bei denen man oft den Eindruck gewinnt, dass es nicht um Religion ging, sondern um Macht und Einfluss.

1543 August 24

Graf Konrad erlässt eine neue Kirchenordnung für die Grafschaft Tecklenburg einschließlich Lingen: Maßvolle Neuerungen. Der Landesherr ist gottgewollte Obrigkeit, auch für die Kirche. Heiligenfesttage werden teilweise beibehalten, Verkündigung des reinen Wortes Gottes in deutscher Sprache steht im Vordergrund. Klöster sollen sich ebenfalls nach dieser Ordnung richten.

1547/48

Anfechtung der Rechtmäßigkeit des Vorgehens des Grafen Konrad in der alten Grafschaft Lingen.

1548

Graf Konrad geht der Grafschaft Lingen mit den 4 Kirchspielen der so genannten Obergrafschaft Lingen, darunter auch Ibbenbüren, durch Anordnung des Kaisers verlustig, wegen Lehnsverstoßes, aber wohl auch wegen seiner Zugehörigkeit zum Schmalkaldener Bund. Die Herrschaft Lingen ist von jetzt an Teil der niederländischen Provinz Geldern (Overijssel).

1548 Dezember 23

Nach dem Tod des Grafen Maximilian von Büren belehnt der Kaiser mit dem Amt Lingen dessen Tochter Anna von Büren, vermählt mit dem Prinzen Wilhelm von Nassau-Oranien.

1549

Der katholische Geistliche Friedrich van Wulften wird als neuer Pfarrer in Ibbenbüren dem Dompropst in Osnabrück präsentiert. Als er nach dem Vorbild seines Vorgängers Johann Grest später versucht, seinen Sohn Heinrich van Wulften in die Ibbenbürener Pfarre einzuschleusen, stimmt die Herforder Äbtissin 1575 zwar zuerst zu, die Sache scheitert jedoch am Einspruch des Bischofs von Deventer, dem die geistliche Herrschaft über Lingen seit 1559 oblag.

1550

Kaiser Karl nimmt die Herrschaft Lingen zum Kauf an und betraut mit der Herrschaft seine Schwester Maria, Königinwitwe von Ungarn, welche schon seit 1531 Oberstatthalterin der Niederlande war.

1553

Das Geistliche Güterverzeichnis der Obergrafschaft Lingen enthält genaue Angaben zu den respektablen Einkünften des Pastorats zu Ibbenbüren (108 Positionen) und der Küsterei (10 Positionen).

1555

Nach Niederlegung der Krone durch Kaiser Karl wird sein Sohn Philipp König von Spanien. Er erhält die Grafschaft Lingen, die kirchlich dem neu errichteten Bistum Deventer zugeschlagen wird.

1561 August 7

In der entsprechenden Bulle des Papstes Pius IV. für das neue Bistum Deventer wird merkwürdigerweise statt Ibbenbüren der Name A Sundern genannt.

1564 Februar 26

Die Kirchräte von Ibbenbüren erklären, dass ihre Vorgänger für den Kirchbau in Ibbenbüren von dem verstorbenen Gerhart Smoker und seiner Ehefrau Anna 30 Joachimstaler empfangen haben. Anna hat jetzt den Zins testamentarisch dem Kirchspiel vermacht, damit daraus für die Armen auf Stillen Freitag Brot gebacken wird.

1576-1618

Bernhard van Brogbern wird Pfarrer in Ibbenbüren. Er ist wohl der erste Pfarrer, der in Ibbenbüren durchgehend anwesend war. Er ordnet im Auftrag der Herforder Äbtissin in der Ibbenbürener Kirche die teilweise verworrenen Verhältnisse.

1578-1597

Religions- und Bürgerkriege zwischen den reformierten Nieder-ländern und katholischen Spaniern.

1590

Der Bischofssitz Deventer wird vakant und bleibt es für die Zukunft, nachdem in der Auseinandersetzung zwischen den Spaniern und Oraniern die Holländer Deventer eingenommen haben. Neue Reformationsversuche folgen. Die Grafschaft Lingen untersteht dem Apostolischen Vikar Sasboldus,der die Verwaltung der verwaisten niederländischen Bistümer übernommen hatte. Er führte, nachdem er unter dem Titel eines Erzbischofs von Philippi geweiht worden war, den Titel eines Bischofs von Utrecht, seine Residenz nahm er teilweise in Köln, er hielt sich aber häufig auch in Oldenzaal oder Lingen auf.

1591

Nach wechselseitigen Verwüstungen und Gewalttätigkeiten der holländischen und spanischen Truppen seit 1589 richten die Niederländer arge Verwüstungen in Ibbenbüren an und entführen den Pastor Brogbern, der ein ansehnliches Lösegeld zahlen muss.

1596 Juli 9

Die Äbtissin Magdalena des Stifts Herford gewährt als Patronatsherrin der Ibbenbürener Kirche den Erben und Executoren des Pfarrers Bernhard von Brogbern nach Ablauf des Gnadenjahres noch fünf weitere Nachlaßjahre in Bezug auf Schulden, und zwar als Anerkennung der zahlreichen Verdienste des Pfarrers in kriege-rischen Zeiten.

1597

Graf Moritz von Nassau-Oranien erhebt Ansprüche auf die Grafschaft Lingen, die Spanier lehnen ab. Die Festung Lingen muß sich 1597 ergeben, Moritz von Nassau-Oranien wird nach und nach Herr der gesamten Herrschaft Lingen. Pastor Brogbern muß Ibbenbüren verlassen, statt seiner wird der reformierte Pastor Otto Frantsen eingeführt.

1603

Verzeichnis der Pfarreinkünfte zu Ibbenbüren von 1603 nach einer Aufstellung der reformierten Kirchenprovisoren.

1605

Nach der Eroberung von Lingen durch die Spanier unter Spinola wird Pastor Brogbern wieder erlaubt, in Ibbenbüren das Amt des Pfarrers auszuüben. Er beklagt sich über die Zustände in der Kirche, wo Altäre und Taufstein zerstört waren, Meßgewänder und sakrale Geräte fehlten, das Pastorat baufällig war.

1606

Der Apostolische Vikar Sasboldus hält Kirchenvisitation und kommt auch nach Ibbenbüren. Der Pfarrer von Lingen, Hamconius, wird Erzpriester und Dechant des Landes Lingen.

1607

Vogelius wird Nachfolger von Hamconius als Erzpriester.

1608

Das Kriegsglück wendet sich ab 1606 wieder zugunsten der Spanier und damit der katholischen Seite. Es wurde 1609 ein zwölfjähriger Waffenstillstand geschlossen.

1609

Vogelius läßt u.a. den Pfarrer von Ibbenbüren, Bernhard von Brog-bern, nach Lingen kommen, um ihn in Pflicht und Treue zu nehmen.

1610

Neue Glocke für die Ibbenbürener Kirche. In einer teilweise unsicher gelesenen Inschrift werden u.a. als Stifter angeführt:

Philipp Gogreve zu Langewiese, der Vogt Bernhard Rotmann, der Pastor Bernhard Brogbern, Hiddo Grothues im Grone --- Jacob van Mettingen, Willem Schulte ... Jörgen Schulte, Hermann Windmeier, Hindrik Stork, Willem Upmeier ... Anno 1610. Maria virgo.

1612 April 20

Rundschreiben des Apostolischen Vikars betreffs Wiederherstellung des Kirchenvermögens in der Grafschaft Lingen

1614ff

Der Apostolische Vikar Sasboldus stirbt. Nachfolger: Philipp Rovenius. Dieser und sein Erzpriester Vogelius setzen das Bemühen fort, das Kirchenvermögen zu sichern und die Kirchenzucht zu verbessern: Verhalten und Kleidung der Geistlichen, Fernhalten von übertriebenen Festlichkeiten, Reinlichkeit bei Paramenten und in den Kirchen, Betreiben wissenschaftlicher und theologischer Studien.

1618-1648

 

Dreißigjähriger Krieg: Im Juli 1630 ziehen die Spanier aus der Grafschaft Lingen ab. Lingen fällt an die Oranier zurück, 1633 nimmt Prinz Friedrich Heinrich von Oranien Lingen in Besitz. Die Rechte der Katholiken werden zwar respektiert, aber schrittweise auch reformierte Kirchen und Schulen gefördert.

 

1618-1642

 

Henrich Vathouwer ist Pfarrer in Ibbenbüren.

1619

Von dem Notar und Geometer Egbert Wandscher zu Lingen wird ein Verzeichnis der Güter der Kirche aufgenommen. In Ibbenbüren fehlen: ein Kamp, ein Garten, ein Spieker und 3 Hausstätten.

1623 Januar 13

 

Vertrag zwecks Bau eines Armenhauses zwischen dem Pfarrer Henrich Vathouwer, den Kirchräten und Provisoren der Armen, ferner Margarethe Mettingk und dem Meister thor Heide. Marga-rethe Mettingk will den Bau auf ihre Kosten errichten lassen.

1625 Februar 3

 

Erlass des Apostolischen Vikars Rovenius bezüglich des Einkommens der Geistlichen, Entrichtung der Korngefälle in natura.

1625 Februar 22

Pastor Henrich Vathouwer und der Kirchrat Hermann Pois übertragen ein Kapital, das der Licentiat der Rechte Wilhelm Lagemann zu Münster der Kirche vermacht hatte, als Rente.

1625 Februar 22

Erlass des Rovenius über ungeschmälerte bischöfliche Gerechtsame in der Herrschaft Lingen. Verbot der Teilnahme an der Synode zu Osnabrück seitens der Lingenschen Geistlichen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Bischof von Osnabrück die Abtrennung der Grafschaft Lingen von seinem Bistum nicht für rechtens hielt.

1625 März 14

Rovenius wiederholt die Verordnung seines Vorgängers Sasboldus bezüglich der Restitution der Kirchengüter. Anfang 1625 war bei einem Brand das Niederdorf Ibbenbürens in Schutt und Asche gelegt worden. Dabei war auch durch Häuser, die auf dem Kirchhof selbst erbaut worden waren und in Mitleidenschaft gezogen worden waren, die Kirche selbst in Gefahr gekommen. Rovenius verbietet den Wiederaufbau dieser auf entfremdetem Kirchengrund gebauten Häu-ser und fordert die Rückgabe der Grundstücke.

1625

Erlass des Rovenius über Amtshandlungen und Lebensweise der Priester.

1629 Dezember 16

Der Lingensche Rentmeister Pinninck gibt an, eine Wechselung mit dem Ibbenbürener Pastor Vathouwer durchgeführt zu haben bezüglich einer Eigenbehörigen und Dienstmagd Anne Wehemeyer, Toch-ter der Eheleute Herbort und Fenne Wehemeyer.

Kath. Pfarrarchiv St. Mauritius Ibbenbüren, Urkundenkopiar Hen                                                                                                                    ricus Schwitze (Regest Tüshaus), Bistumsarchiv Münster

1631 Mai 12

Johann Honsell verkauft mit Zustimmung seiner Frau Margarethe im Beisein des Pastors Henricus Vathouwer und der Provisoren der Armen eine Hausstelle in der Nähe der Kirchhofsmauer, auf der das neue Armenhaus gebaut werden soll.

1642 Januar 17

Der Ibbenbürener Pfarrer Heinrich Vathouwer stirbt. Als Nachfolger wird von der Herforder Äbtissin der Ibbenbürener Kaplan Stock-mann präsentiert.

1642 Juni 9

Die Mauritiuskirche wird den Katholiken von den Protestanten (Calvinern) abgenommen, das Kirchspiel Ibbenbüren ist des katholischen Gottesdienstes beraubt.

Man weicht aus nach Gravenhorst, Riesenbeck, Recke, Mettingen, Brochterbeck.

1642/43

Entgegen allen Erwartungen wird der reformierte Prediger Dr. Guinandus Rutgersius, vorher Professor der Theologie in Steinfurt, als Pfarrer angestellt (1642 - 1667) und der Kaplan Stockmann vertrieben. Auch der Küster und Lehrer Lambertingh wird seiner Stelle enthoben und vertrieben.

Zweiter Prediger: Hundela.

Katholischer Gottesdienst auf Haus Grone.

Starke Verfolgung des Apostolischen Vikars Rovenius.

1647/48

Wilhelm II. von Oranien will die Grafschaft Lingen von allen Spu-ren des Papsttums säubern. Ab 1648 werden alle geistlichen Güter eingezogen, in den kath. Kirchen die Bilder entfernt und die Kirchen geschlossen. Auch der kath. Schulunterricht wird eingestellt.

1648

Friedensschluß / Westfälischer Friede: Hoffnung der Katholiken in der Grafschaft Lingen vergeblich, die Grafschaft wird zu Holland geschlagen und die Religionsausübung den Oraniern überlassen. Das gesamte Amt Lingen wird protestantisch.

1650

Nach dem Tod des Wilhelm II. von Oranien führen dessen Ehefrau und Mutter unter Vormundschaft des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg den antikatholischen Kurs weiter.

1650 Weihnachten

Wiederaufnahme des kath. Gottesdienstes auf Haus Grone mit Erlaubnis des adeligen Herrn von Grothaus. Der Franziskanerpater Gerhard Blomen vom Konvent aus Rheine hält zunächst die Gottesdienste, dann auch andere Patres, z.B. Dominikaner aus Osnabrück.

1654-1660

Die Ritterschaft des Amtes Lingen setzt sich dafür ein, dass ein fester kath. Pfarrer den Gottesdienst in Ibbenbüren hält. Ordiniert wird Henricus Abbing, 6 Jahre hält er den Gottesdienst.

1655 Juni 29

R. v. Haersholte, Drost zu Lingen, verbietet den katholischen Geistlichen und Schullehrern unter Strafandrohung die Ausübung des Dienstes. Der kath. Schulmeister in Ibbenbüren, genannt Gottschalk, wird wegen Mißachtung des Verbots ins Gefängnis ge-setzt.

1660 Juli 29

Pfarrer Abbing muß Ibbenbüren verlassen. An seine Stelle tritt Johannes Wielage aus Bawinkel im Lingenschen Territorium. Er fungiert 12 Jahre auf Haus Grone.

ca. 1661

Bernhard Ribbers kath. Pfarrer

1662 April 6/16

Monsieur Niclas Lagemann wird ein Begräbnisplatz in der Ibbenbürener Kirche von den Kirchräten zugestanden neben dem für sein Kind vorhandenen Platz. Es unterschreibt u.a. der reformierte Pfarrer G. Rutgersius.

1667 – 1693

Adolphus Conradus Rumpius ev. Pfarrer in Ibbenbüren. Er soll die Ibbenbürener Kirche von den noch darin befindlichen Reliquien und Heiligenbildern gesäubert haben.

1669

Der junge Prinz Wilhelm Heinrich übernimmt die Regierung und läßt weiter das katholische Kirchen- und Schulwesen unterdrücken.

1672 Juni 1

Nach Eroberung des Amtes Lingen durch Christoph Bernhard von Galen, Bischof von Münster und Corvey, wird in Ibbenbüren seit dem 3. Juli wieder ein kath. Gottesdienst in der alten Kirche abgehalten.

1672

Die Bedingungen der Katholiken werden durch den Krieg des Bischofs von Münster, Bernhard von Galen, um das Amt Lingen vorübergehend gemildert.

1672 Oktober 26

Meßstiftung für die Vikarie St. Anna im Kloster Gravenhorst u.a. durch Johann Wielage, Pastor in Ibbenbüren, aus Dankbarkeit wegen der Erhaltung des kath. Glaubens in der Grafschaft Lingen. An diesem Tag war 1642 den Katholiken in Ibbenbüren die Pfarrkirche genommen worden.

1672 Dezember 20

Pfarrer Wielage erhält den Auftrag, alle kirchlichen Dokumente nach Münster zu schicken, wo der Notar Henricus Schwitze Abschriften anlegt unter dem Datum des 25. April 1673

1674

Die so genannten Bischofsjahre gehen zu Ende. Prinz Heinrich Wilhelm von Oranien nimmt Lingen wieder in Besitz. Der Lingensche Drostamtsverwalter Dr. Palthen, erläßt ein Mandat für die kath. Geistlichkeit, Kirchen, Schulen, Pastorate etc. den Refor-mierten zu übergeben. Heftiger Protest in Ibbenbüren unter dem Pasor Wielage und dem Küster Johann Lamberding.

Die alte Mauritiuskirche, die anschließend Christuskirche genannt worden ist, wird den Protestanten endgültig übergeben.

1675

Von sofort an werden für katholische Lehrer reformierte angestellt.

In der Folgezeit tritt für lange Zeit wegen der vielen Streitereien um die Schulen ein Verfall des Schulwesens ein, die Kinder werden nicht regelmäßig zur Schule geschickt, Privatunterricht kommt auf.

Vor allem auf dem Lande bleiben Reste des kath. Schulwesens.

1677

Alle Pfarrstellen werden mit reformierten Predigern besetzt. In Ibbenbüren gibt es sogar zwei, Rump und Nagel.

Die Ibbenbürener Katholiken erbauen auf der Brumley im Kirchspiel Riesenbeck ein kleines Gotteshaus, die A Bramkirche. Dorthin zog man dann 43 Jahre lang zum Gottesdienst.

Alle religiösen Amtshandlungen (Taufen, Trauungen, Begräbnisse) durften nur durch reformierte Prediger vorgenommen werden. Auch wurde Zwang zum Besuch der reformierten Gottesdienste ange-ordnet.

1678

Verkündigung eines Ehereglements und einer A Kirchen- und Schulordnung für das Land Lingen.

1682-1710

Gerhard Strick kath. Pfarrer

1702 März 19

König Friedrich I. von Preußen nimmt als Erbe von Wilhelm III. von Oranien, des Königs von England, die Grafschaft Lingen durch den Geheimrat von Dankelmann in Besitz. Lingen wird dem Apostolischen Nuntius in Brüssel unterstellt. Die oranischen Verordnungen werden zwar beibehalten, den Katholiken aber Erleichterungen zugestanden.

1707

Auch die Grafschaft Tecklenburg wird vom Preußenkönig Friedrich erworben.

1710-1721

Gerhard Heinrich Wessels kath. Pfarrer.

1713 Februar 23

Friedrich Wilhelm I. folgt auf Friedrich I, es gibt in Religions-angelegenheiten zunächst aber keine Änderungen.

1716

In Ibbenbüren und Brochterbeck gibt es zum ersten Mal nach 30 Jahren wieder eine Firmung durch den Osnabrücker Weihbischof von Bronkhorst.

1717 August 17

Nach langen Bemühungen gesteht Friedrich Wilhelm I. den Katho-liken zu, in ihren Privathäusern Religionsausübung durchzuführen.

1717 November 1

Königliche Deklaration, dass die Katholiken, auch an Wochentagen, Gottesdienst halten dürfen. Die Kirchhäuser waren schlichte Fach-werkbauten. In Ibbenbüren dauerte der Bau relativ lange und war beim Tod des Pfarrers Wessels (1721 Mai 20) noch nicht fertig.

1719 Mai 6

Kollektenbrief, ausgestellt vom Erzpriester zu Lingen, dem Pastor und Missionarius Gerhard Heinrich Wessels und dem Sacellan (Kaplan) Johann Adolph Kloppenborg, zur Legitimation für das Kollektieren von Geldern zum Bau eines Oratoriums und einer Pfarrerwohnung für Ibbenbüren.

1721-1753

Johann Adolph Kloppenburg kath. Pfarrer.

1724

Ibbenbüren bekommt das Stadtrecht.

1740

Friedrich II. wird Nachfolger Friedrich Wilhelms I..

Er praktiziert höchste religiöse Toleranz. In einem Bescheid vom 22. Juni 1740 heißt es: Die Religionen müssen alle tolleriret werden ... Denn hier muß jeder nach seiner fasson selig werden.

1743

Berufung des ersten Magistrats und eines Bürgermeisters in Ibbenbüren.

1752 September 17

Bericht des kath. Pfarrers Kloppenborch über den Zustand hin-sichtlich der unter den Oraniern möglichen katholischer Schulen, vor allem auch in den Bauerschaften, die von der preußischen Regierung eher ablehnend behandelt wurden.

1752

Es wird für Dörenthe ein Schulmeister vorgeschlagen, aber nicht angenommen.

1753-1787

Johann Heinrich Mum kath. Pfarrer.

1772

Die Katholiken erhalten die Erlaubnis, eine Orgel im Kirchhaus zu installieren.

1781

Bauerschaftsschule in Laggenbeck: Erster Leiter ist Johann Bernhard Mersch. 1842 Neubau der Schule.

1782 Januar 2

Die kath. Gemeinde zu Ibbenbüren bittet um Erlaubnis, einen kath. Schullehrer anzustellen. Am 30 Mai ergeht von der Regierung in Lingen ein ablehnender Bescheid.

1784

Die Installation von 2 Glocken für die kath. Kirche wird gestattet.

1788 Juli 9

Gerhard Lohmann aus Bevergern erklärt, dass er ein Stück Land auf dem Trüssel bei Ibbenbüren dem Geistlichen Friedrich Hölscher zu Ibbenbüren verkauft hat.

1786-1803

Unter Friedrich Wilhelm II. bleiben die kirchlichen Verhältnisse weitgehend unverändert, insbesondere für die Katholiken.

1787-1803

Johann Heinrich Mohrmann kath. Pfarrer, Kaplan unter ihm J.H. Determeier.

1788

Auf Antrag des Königs wird die bischöfliche Gewalt über Lingen dem Nuntius in Brüssel genommen und zunächst an den Fürstbischof von Paderborn, dann aber an den Nuntius in Köln (ab 1791) übertragen. Die Geistlichen werden auf Vorschlag der Kirche vom Landesherrn eingesetzt.

1792

Bauerschaftsschule in Alstedde (und Schafberg), als Simultanschule geführt bis 1818, mit protestantischem Lehrer.

1795

Die katholische Kirche in Ibbenbüren wird von den englisch-hannoverschen Truppen, die vor den Franzosen zurückweichen, als Lazarett benutzt und erheblich beschädigt. Während der Zeit, als die Katholiken ihre Kirche wegen der Schäden nicht benutzen können, wird ihnen vom Prediger Rump die evangelische Kirche zum Mitgebrauch eingeräumt. Das Verhältnis zwischen Katholiken und Evangelischen verbessert sich während dieser Zeit deutlich.

1797 November 16

Friedrich Wilhelm II. tritt die Regierung an. Während seiner Regentschaft bemüht sich der Mindensche Kammerpräsident und spätere Minister von Stein in Berlin um eine Verbesserung der Lage in den Schulen der Katholiken im Lingenschen (1799).

1797

Bauerschaftsschule Dickenberg, zu der auch die Kinder aus Püsselbüren gehören sollen. Ab 1821 in Püsselbüren eigene Schule.

1799 Dezember 18

Es ergeht eine Königliche Resolution mit Vergünstigungen für die Katholiken: Unterstützung bei der Beschaffung von Glocken, Förderung der kath. Schulen.

1802

Säkularisierung und Aufteilung des Bistums Münster, einen Teil mit der Hauptstadt Münster fällt an Preußen. Die Regierung in Lingen muß die Leitung der Kirch- und Schulangelegenheiten an die Kriegs- und Domänenkammer in Münster abtreten. Die Beamten, protestantischen wie katholischen Bekenntnisses, besonders auch der Kammerpräsident von Vincke, treten gemeinsam für eine ge-rechte Behandlung beider Konfessionen ein.

1803-1806

Lukas Vaalmann kath. Pfarrverwalter

1806

Der Krieg mit Frankreich bringt eine einschneidende Wende. Nach der Schlacht bei Jena am 14. Oktober 1806 werden die Gebiete von Münster, Osnabrück, Tecklenburg und Lingen für Frankreich in Besitz genommen mit einer Präfektur in Münster.

1806-1807

Heinrich Determeier kath. Pfarrer

1807 Juli 9

Tilsiter Friedensschluß, Abtretung der Grafschaft Lingen von Preußen an Napoleon, sie wird dann dem Großherzogtum Berg unterstellt.

1807-1809

Heinrich Bolsmann kath. Pfarrer

1808

Veränderung in der Armenpflege in Ibbenbüren durch Einrichtung einer allgemeinen Armenversorgungsanstalt durch den reformierten Amtsrat Rump und den katholischen Kaplan Vaalmann. Die Protestanten bleiben aber im Alleinbesitz der Diakonie-Kasse und der Cloppenburgschen Armenstiftung. 1828 wird die Armenpflege nach Konfessionen getrennt.

1809-1837

Wenceslaus Haakmann kath. Pfarrer

bis 1810

Es gibt in der Stadt Ibbenbüren nur eine einzige konfessionell gemischte Schule für Knaben und Mädchen unter einem pro-testantischen Lehrer.

1810 Januar 1

Einführung der zivilen Standesämter und Standesregister unter den Franzosen, kein Eintragungszwang mehr für Geburten, Ehe-Schließungen oder Todesfälle bei der Kirche.

1810

Abtretung der Grafschaft Lingen an das Kaiserreich Frankreich, zugehörig zur Präfektur in Osnabrück. Mit der französischen Herrschaft scheinen die neuen bürgerlichen und religiösen Freiheiten gesichert.

1810

Schulbau in Bockraden, 1811 erster Lehrer.

1811

Mädchen und Jungen werden in der Stadtschule von Ibbenbüren getrennt und von einer Lehrerin, Frau Zurmühlen, im selben Gebäude unterrichtet.

1811

Schulunterricht in Lehen durch Johann Hermann Müller (bis ca. 1841).

1813 Oktober 18

Nach der Völkerschlacht bei Leipzig fällt Lingen an Preußen zurück. Die kirchlichen Freiheiten aus der Franzosenzeit aber verbleiben großenteils.

1814 September 9

Die Kirchenbücher werden wieder von den Pfarrern jeder Konfession geführt und die zivilen Standesämter werden wieder abgeschafft.

1815

Abtretung der Niedergrafschaft Lingen durch Preußen an den König von Hannover. In der Obergrafschaft Lingen und damit auch in Ibbenbüren bleibt es bei der Vorrangstellung für die Protestanten.

1815

Die Kinder aus Uffeln gehen in eine Nebenschule, bis 1820/21 ein eigenes Schulhaus erbaut wird.

1816 Januar 1

Ibbenbüren steht wieder voll unter preussischer Verwaltung

1816

Mit obrigkeitlicher Erlaubnis dürfen zum ersten Mal nach 144 Jahren wieder Prozessionen abgehalten werden, in Ibbenbüren am 29. September. Auch kirchliche Begräbnisse sind erneuert. In Ibbenbüren aber ergeben sich wegen des viel zu kleinen Platzes bei der ev. Kirche Probleme für die Bestattungen.

1816

Bau einer Schule in Dörenthe, ab 1821 mit Lehrer bestallt.

1819/20

Streit wegen der Besetzung einer Lehrerstelle für die Mädchenschule in der Stadt Ibbenbüren, hervorgerufen durch den Amtmann Sporleder. Trotzdem erhält eine kath. Lehrerin die Stelle. Als Schullokal dient eine größere Stube. Die Knabenschule hat einen reformierten Lehrer.

1821 Juli 16

Die Obergrafschaft Lingen wird durch päpstliche Bulle von der Diözese Osnabrück abgeschnitten und dem Bistum Münster einverleibt, um die kirchliche Verwaltung mit der staatlichen in Einklang zu bringen. Ibbenbüren gehört damit zum Bistum Münster.

1829 Mai 5

Grundsteinlegung für den Bau einer neuen kath. Kirche, welche die alte baufällige ersetzen soll.

1831

In der Stadt Ibbenbüren werden die Schulkinder nach Konfessionen getrennt, die katholischen auch nach Geschlechtern. Die jüdischen Kinder gehen in die protestantische Schule.

1831 September 22

Am Tag des Festes des hl. Mauritius wird in der kath. Kirche von Bischof Caspar Max von Münster der neue Altar eingeweiht. Reliquien des hl. Gregorius und der hl. Ursula und ihrer Gefähr-tinnen sind in dem Altar eingeschlossen.

1832/33

Anstellung des ersten kath. Lehrers Franz Kampers und als kath. Lehrerin der Witwe Dorothea Platz, geb. Moormann, welche die kath. Mädchenschule führt. Sie hatte bereits seit 1820 für beide Konfessionen unterrichtet. Das offizielle Schulgebäude gehörte den Protestanten, die Katholiken mieteten vorübergehend ein Lokal namens A Mettings Kaserne .

1833 Oktober 31

Der Kirchturm der neuen Mauritiuskirche ist ebenfalls vollendet.

1837-1842

Timotheus Bonaventura Ficker kath. Pfarrer.

1837

Das Schulgebäude für die kath. Kinder an der Roggenkampstraße wird erbaut mit 2 Klassenzimmern.

1838 Mai 15

Eröffnung eines neuen kommunalen Friedhofs in Ibbenbüren zwecks Bereinigung der Bestattungsprobleme an der ev. Kirche.

1842-1887

Goswin Bartmann kath. Pfarrer.

1846 September 24

Schwere Brandkatastrophe in Ibbenbüren: Mehrere Häuser am Kirchhof standen in Flammen, auch das Dach der ev. Kirche und der Turm samt Glocken litten Schaden.

1847

Die Brandschäden vom Vorjahr werden durch große Anstrengungen der ev. Gemeinde beseitigt.

1848

Die neuen Glocken der ev. Kirche werden installiert und feierlich übergeben. Die Glocken zeigen die Jahreszahlen des Brandes (24. Sept. 1846) und des Gusses (27.Okt. 1848) und beide Glocken tragen die Inschrift: Feuer brannte mich nieder - Feuer schuf mich wieder.

1848

Entstehung des Amts Ibbenbüren.

1852-1854

Neubau des Armenhauses.

1858

Gründung des kath. Krankenhauses St. Elisabeth, 1886 und 1897 erweitert.

1859

Gründung der Rektoratsschule in Ibbenbüren. Sie geht zurück auf die Lateinische Schule von 1819, die wiederum 1829 in eine so genannte Privatschule und eine A Gewerbeschule@ verwandelt wurde.

1863

Bau einer Kirche in Laggenbeck. Diese Tochtergemeinde wird 1894 zu einer eigenen Pfarre ernannt.

1870

Gründung des Vereins der kath. Schulfreunde zur finanziellen Stützung der Rektoratsschule.

1871

Anschaffung einer neuen Orgel in der Mauritiuskirche

1872

Errichtung des Schulgebäudes der Rektoratsschule an der Roggen-kampstaße.

1874

Viele Probleme mit dem Unterhalt der Schulen werden geringer, seitdem das Schulgeld wegfällt und die Schulen auf den Kommu-naletat übernommen werden.

1881/82

Erwerb von 4 neuen Glocken mit den Namen Mauritius (Deorsum voco, sursum duco = Von oben rufe ich, nach oben führe ich), Maria (oro, voco, ploro, Maria te honoro = Ich bete, rufe, weine, Maria, dich ehre ich), Joseph (Ecclesiae patrono Josepho laudes sono = Ich töne zu Ehren des heiligen Joseph, des Patrons der Kirche) und Aloysius (Aloysius si convocat ad Missam pius properat = Wenn Aloysius ruft, eilt der Fromme zur Messe).

1886-1888

Wilhelm Tigges kath. Pfarrverwalter.

1888-1913

Bernard Cremann kath. Pfarrer. Er schreibt über die Geschichte der kath. Kirche und des Schulwesens in Ibbenbüren und fördert die Entstehung einer kath. Zeitung.

1888

Es besteht in der Stadt eine kath. höhere Mädchenschule, die aber nicht sehr zahlreich besucht wird (1899 Josephsstift).

1890

Bau eines neuen kath. Pfarrhauses in Ibbenbüren.

1891/93

Restaurierung und Ausschmückung der Mauritiuskirche durch den Bildhauer Stracke und den Kirchenmaler Marx.

Ferner wird auch ein neuer Hochaltar geschaffen, 1893 vom Bischof Hermann konsekriert.

1913-1936

Wilhelm Pricking kath. Pfarrer.

1928

Anfänge des Ev. Krankenhauses, 1934 erweitert

1936

Wilhelm Awick kath. Pfarrer.

1937-1943

Josef van der Beck kath. Pfarrer.

1943-1945

Wilhelm Konert kath. Pfarrer

1945

Nach dem 2. Weltkrieg bilden Stadt- und Landgemeinde Ibbenbüren einen gemeinsamen Amtsverband.

1946-1968

Bernhard Heufers kath. Pfarrer.

1949

Glockenweihe für die vier neuen Glocken Maria, Mauritius, Joseph und Aloysius

1949-1953

Die Kirchen St. Modestus in Dörenthe (1949), Herz Jesu in Püsselbüren (1950), St. Barbara auf dem Dickenberg (1951), St. Ludwig in Ibbenbüren (1952) und St. Michael auf dem Schafberg (1953) werden neu gegründet und geweiht

1960

Ausbau des Evangelischen Krankenhauses zum v. Bodelschwingh-Krankenhaus

1964

Die St. Johannes-Bosco-Kirche in Langewiese wird geweiht.

1968-1996

Johannes Lammers kath. Pfarrer

Unter seiner Leitung wird die Kirche renoviert und eine neue Orgel installiert.

1974

Eröffnung der bischöflichen Roncalli Realschule.

1975 Januar 1

Gemeindereform fügt Stadt- und Landgemeinde zur Stadt Ibben-büren zusammen.

1984

Eröffnung des Neubaus des kath. St. Elisabeth-Hospitals. Durch Zusammenschluß mit dem ev. v. Bodelschwingh Krankenhaus 1997 entsteht eine ökumenische Krankenanstalt mit dem Namen Klini-kum Ibbenbüren.

1997

Erich Elpers wird kath. Pfarrer in St. Mauritius. Unter ihm wird die Kirche renoviert und erhält in der Innenausstattung ein neues Gesicht.

   

Schlußbemerkung:

Viele der bisherigen Forscher und Kirchenhistoriker sind davon ausgegangen, dass die Kirche in Ibbenbüren zur Karolingerzeit gegründet worden ist und es sich um eine so genannte Urkirche handelt. Als Grund werden besonders die Größe des Kirchspiels und die Ausstattung mit entsprechend guten Einkünften in späterer Zeit angeführt. Handfeste Beweise und urkundliche Bestätigung gibt es dafür nicht, es sei denn, man will die Legendenbildung aus einer Urkunde von 1348, die speziell für das Domkapitel Münster ausgestellt worden ist, also mehr als 500 Jahre nach Karls des Großen Christianisierung der Sachsen, ernsthaft als Beweis akzeptieren. Dagegen spricht aber auch, dass in einer sachlichen Parallelurkunde von 1348 für die Öffentlichkeit diese Behauptung gar nicht erst wiederholt wird.

Als weiterer Beweis für eine vermutete frühe Entstehungszeit der Ibbenbürener Kirche wird gelegentlich auch das Mauritiuspatrozinium angeführt. Dies ist nicht akzeptabel, weil das Mauritiuspatrozinium in Sachsen und Westfalen ziemlich ausschließlich erst nach der Translation der Reliquien des Heiligen 961 durch Otto den Großen nach Magdeburg eingeführt wird.

Wenn dann noch im Benediktinerkloster Tholey der frühe Ursprung des Mauritiuspatroziniums in Ibbenbüren gesucht wird, weil angeb-lich von dort in der Karolingerzeit die (schriftlich zwar nicht belegte) Missionierung im hiesigen Raum betrieben worden sei, dann muß man dem entgegenhalten, dass für Tholey das Mauritiuspatrozinium, auch nach neuesten Forschungen, für die Frühzeit der Abtei ebenfalls nicht bewiesen ist, möglicherweise sogar kaum wesentlich älter ist als in Ibbenbüren. Es stützt dann eine Vermutung die andere, und es bleibt alles nur Vermutung.

Auch die Angabe, dass es schon 1140 eine kreuzförmige Basilika in Ibbenbüren gegeben habe, gehört quellenmäßig ins Reich der Fabel.

 

 

 

 

 

 

Ibbenbüren den 27.12.2005 - Paul Merschmeier